Mittwoch, 1. Januar 2020
Honesty Hour
Ich glaub, hätte mich jemand im Januar 2019 gefragt, wie ich mir mein 2020 vorstelle, hätte ich nur mit dem Kopf geschüttelt. Gar nicht. Ich stellte es mir überhaupt nicht vor, weil ich mir fast sicher war, nicht mehr da sein zu würden. Ende 2018 ging es mir bereits psychisch so schlecht, dass ich nur diesen einen Gedanken hatte "Halt durch, bis du deine Lieblingsband in London gesehen hast. Halt durch. Danach? Danach ist nichts mehr." Suizidgedanken zogen sich noch eine ganze Weile hin, bis ins neue Jahr. Es war noch nie so schlimm und kaum auszuhalten für mich. Ich fühlte mich so abgekapselt und alleine, dass jegliches existieren völlig sinnlos wirkte. Zugegebenermaßen, ich hab all die Jahre vorher auch nicht wirklich einen Sinn gesehen. Doch all das wurde zunehmend schlimmer, solange bis da nichts mehr war. Viele Dinge waren mit verantwortlich, aber ich glaube, dass es hauptsächlich die Veränderung meines Äußeren war. Das Gefühl nicht mehr zu wissen wer da vor einem im Spiegel zu sehen ist. Das ganze hormonelle durcheinander, als würde ich eine zweite Pubertät plus Wechseljahre durchmachen. Es hat mich zu hart erwischt. Als ich mit der Hormonzugabe stoppte, fand ich auch mich selbst langsam wieder. Besser als jemals zuvor. Ich hatte weibliche Hormone in meinem Körper. Ich hatte männliche Hormone in meinem Körper. Ich hab beides gesehen, beides gefühlt und ich kam zu dem Entschluss, dass das einfach nicht ist womit ich mich identifiziere. Für mich gibt es kein männlich oder weiblich. Ich bin ich. Ich möchte kein Teil eines Systems sein in dem ich mich einfach nur unwohl fühle. Ich bin außerhalb dessen und damit geht es mir gut. Das aufbrechen dieser Rollen war für mich wichtig aber hat mir auch gezeigt, wie schwer es ist in einer Heteronormativen Gesellschaft, als nonbinäre Person zu leben. Die meisten Menschen ignorieren kontinuierlich das Bedürfnis anderer Identitäten. Mein letzter Befreiungsschlag war, als ich meine fast 8 Jahre lange Beziehung beendet habe. Für uns beide fühlte es sich nur noch wie ein Gefängnis an. Nach allem was wir zusammen durchgemacht und durchgestanden haben, wurde dennoch immer deutlicher wie sehr ich mich in eine andere Richtung entwickelt habe. Ich hab mich viel kritischer mit mir selbst und der ganzen Welt und dessen System auseinander gesetzt und alles hinterfragt. Im Endeffekt hat vieles bei uns nicht mehr gepasst. Herauszufinden wer man selbst ist, ohne jemand anderen, ist ein unfassbares Gefühl, welches ich leider niemals erfahren konnte. Seit meinem frühen Jugendalter war ich immer in einer Beziehung in der ich keine Möglichkeit hatte, meine eigene Person zu sein. Ich hab jetzt einen Neustart, ich starte 2020 nicht nur mit dem Gedanken "Ich werde es bis 2021 schaffen", sondern mit dem Wunsch sehr lange auf dieser Welt zu sein, mehr von diesen positiven Gefühlen zu haben. Zu lieben, mich kennen zu lernen, die beste Version meiner selbst zu werden und so viel gutes wie möglich zu verbreiten. Wenn ich das schaffen kann, dann haben sich die furchtbaren Jahre vorher alle gelohnt. Dann hatte all das einen Sinn.
2019
Letztes Jahr im Januar hab ich eine To-Do Liste erstellt, von Dingen die ich 2019 erledigen wollte. Surprise surprise, ich hab natürlich nicht alles geschafft. Alles durchgestrichene habe ich geschafft, was echt wenig ist, aber viele der Punkte haben sich so weit verschoben, dass ich letztenendes gar nicht traurig bin, dass ich sie nicht geschafft habe.
1. Buch neu schreiben und überarbeiten
2. Buch daraufhin zu ende schreiben
3.Namen endgültig und offiziell ändern lassen
4. Führerschein machen (ZUR HÄLFTE GESCHAFFT! Theorie bestanden!)
5. Bachelorarbeit schreiben (I'M ON IT!)
6. Antidepressiva bekommen
7. Job beginnen
8.20 Bücher lesen
9.Nach London fliegen (und vielleicht nicht mehr wieder kommen) (BIN LEIDER WIEDERGEKOMMEN)
Was ich stattdessen gemacht habe?
1. Neu und endlos glücklich verliebt
2. Testosteron abgesetzt
3. Mich als nonbinary "geoutet"
4. Meine Theorieprüfung vor drei Wochen bestanden
5. Gelernt, dass ich nicht für andere Leben verantwortlich bin
6. Das erste mal in meinem Leben wirklich glücklich zu sein
1. Buch neu schreiben und überarbeiten
2. Buch daraufhin zu ende schreiben
3.
4. Führerschein machen (ZUR HÄLFTE GESCHAFFT! Theorie bestanden!)
5. Bachelorarbeit schreiben (I'M ON IT!)
6. Antidepressiva bekommen
7. Job beginnen
8.
9.
Was ich stattdessen gemacht habe?
1. Neu und endlos glücklich verliebt
2. Testosteron abgesetzt
3. Mich als nonbinary "geoutet"
4. Meine Theorieprüfung vor drei Wochen bestanden
5. Gelernt, dass ich nicht für andere Leben verantwortlich bin
6. Das erste mal in meinem Leben wirklich glücklich zu sein
Dienstag, 31. Dezember 2019
I guess I have an outburst
Talent
is a funny thing. Not everyone is talented in the same stuff. You
know what? I am sick of talking around a topic, around the point.
It‘s like I‘m trying to avoid the actual thing and never really
start with what I want to say. First I always introduce the problem,
trying to make people understand what I see, what I feel. It‘s like
they say, I taught myself to talk to everyone in their own language,
but no one knows mine. Now I‘ll use my language to make this, to
talk about this. And if this isn‘t workin and no one get‘s what I
want to say, then it‘s another proof that I just am disconnected
and alone in this world. I don‘t mind being alone. I am just
stating
facts. The topic of talents
now. What if we don‘t know what we actually am capable of? A hidden
talent that‘s sleepin inside of us and we could actually get famous
with this or rich or both. It just never happens because no one is
going to discover the talent. People that became famous. Artists,
singers. They only became famous because someone saw potential in
them. Either someone else or themself. Imagine how many people every
day die, people that have hidden talents that could‘ve shaped a
whole decade. If no one would‘ve saw Van Goghs paintings after he
died and said This is talent he
wouldn‘t have been that famous and wellknown. That homeless opera
singer who got famous after some guy recorded her and published the
video. Here we are, all of us, trying to figure out what our talent
is. Is there even passion running through our veins? Is there even a
fire burning so bright that we‘re able to see the way in front of
us? Or is this all a tapping in the dark, frustrating shit show? I am
sick of thinking things could be my talent, but never knowing it for
sure. Writing could be my talent but if no one is looking at my
things, it‘ll never become anything close to known. Honestly,
talent is only a talent if
someone else says Oh wow, that‘s beautiful, really
talented but there‘ll always
be a person thinking something is a talent. In this world is always a
person being convienced about someone elses talent, why
not being that person for yourself? Telling yourself that what you‘re
doing is a talent? No matter how good or bad you think about your own
work. Everything can be a talent, just one person needs to say it.
Edit: I wrote this while being drunk, bare me!
Edit: I wrote this while being drunk, bare me!
Sonntag, 28. Juli 2019
Overthinking
You should have known better than telling me I should have held it together for us, when I'm barely together myself.
Freitag, 17. Mai 2019
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